... newer stories
Montag, 26. September 2011
Alles und Nichts
gleyfin, 21:03h
Es ist viel geschehen in den letzten Tagen.
Aber ich finde einfach nicht die richtigen Worte.
Wahrscheinlich ist es einfach meine Lust am Schreiben, welche sich gerade irgendwo anders herumtreibt.
Deshalb fasse ich nur kurz zusammen:
Zwei mal habe ich heimlich geheult,
vor Hass und Depression brennende Tränen.
Ich habe so viel gegessen wie schon lange nicht mehr und fühle mich unglaublich schlecht.
Und zu allem Überfluss bekomme ich Komplimente bis zum ersaufen.
In der 'neuen' Schule und sogar hier im Blog.
Ich bin kein Mensch, der Komplimente braucht wie Luft zum Atmen.
Ehrlich gesagt ist mir das sogar unheimlich peinlich.
..
Ach ja.
Das habe ich gefunden, als ich 'Alles und Nichts' googlelte (wegen der Groß- bzw. Kleinschreibung. Ist aber, glaube ich, trotzdem falsch geschrieben. Egal).
Ist gar nicht so schlecht, finde ich:
Ich fühl keine Liebe
Denn weder bin ich froh noch bin ich frei
Vom Abgrund getrieben
Fall ich oder lass ich’s sein
Geplagt von Gedanken
Die mich verstimmen
Doch ich weiß nicht was es ist
Was mich so fühlen lässt und mich so sehr verletzt
Alles und nichts
Es gibt so viele Ängste
Und so vieles ist uns unbekannt
Es gibt so viele Mächte
Doch leider liegen sie nicht auf der Hand
Es gibt so vieles so prächtig
Doch was ist Pracht, die nicht mehr glänzt
Zusammen einträchtig
Alles und nichts
Zerschlagene Träume
Machen sich breit in meiner Wirklichkeit
„Versuch’s doch auf’s Neue“
Sagt eine Stimme doch dazu ich bin zu weit
Wieso so zurückgehen?
Das wär ein Fehler und dazu fehlt mir die Zeit
Will ich zurücksteh’n
Denn ich weiß, ihr seid voraus, doch nicht mehr weit
Eure Gleyfin
...bereits 377 x gelesen
Aber ich finde einfach nicht die richtigen Worte.
Wahrscheinlich ist es einfach meine Lust am Schreiben, welche sich gerade irgendwo anders herumtreibt.
Deshalb fasse ich nur kurz zusammen:
Zwei mal habe ich heimlich geheult,
vor Hass und Depression brennende Tränen.
Ich habe so viel gegessen wie schon lange nicht mehr und fühle mich unglaublich schlecht.
Und zu allem Überfluss bekomme ich Komplimente bis zum ersaufen.
In der 'neuen' Schule und sogar hier im Blog.
Ich bin kein Mensch, der Komplimente braucht wie Luft zum Atmen.
Ehrlich gesagt ist mir das sogar unheimlich peinlich.
..
Ach ja.
Das habe ich gefunden, als ich 'Alles und Nichts' googlelte (wegen der Groß- bzw. Kleinschreibung. Ist aber, glaube ich, trotzdem falsch geschrieben. Egal).
Ist gar nicht so schlecht, finde ich:
Ich fühl keine Liebe
Denn weder bin ich froh noch bin ich frei
Vom Abgrund getrieben
Fall ich oder lass ich’s sein
Geplagt von Gedanken
Die mich verstimmen
Doch ich weiß nicht was es ist
Was mich so fühlen lässt und mich so sehr verletzt
Alles und nichts
Es gibt so viele Ängste
Und so vieles ist uns unbekannt
Es gibt so viele Mächte
Doch leider liegen sie nicht auf der Hand
Es gibt so vieles so prächtig
Doch was ist Pracht, die nicht mehr glänzt
Zusammen einträchtig
Alles und nichts
Zerschlagene Träume
Machen sich breit in meiner Wirklichkeit
„Versuch’s doch auf’s Neue“
Sagt eine Stimme doch dazu ich bin zu weit
Wieso so zurückgehen?
Das wär ein Fehler und dazu fehlt mir die Zeit
Will ich zurücksteh’n
Denn ich weiß, ihr seid voraus, doch nicht mehr weit
Eure Gleyfin
... link (6 Kommentare) ... comment
Freitag, 23. September 2011
Die Hafenstadt
gleyfin, 19:10h
Ich saß auf einer Bank und beobachtete, an nichts denkend, die wandernden Wolken. Der Himmel schimmerte leuchtend blau hinter den weißen Gebilden hervor. Einzelne, energische Sonnenstrahlen brachen hie und da durch diese so unwirklichen, flauschigen Bruchstücke einer schwebenden Mauer, während sich die Sonne selbst jedoch hinter den Wolken zu verstecken versuchte.
Doch dann kam sie plötzlich hinter einer großen Weiche hervor und blendete mich, sodass ich meine Augen schloss..
Bevor ich sie wieder öffnete, hörte ich eine Möwe kreischen.
Schwüle Luft schlug mir entgegen und füllte heiß meine Lungen.
Ich hörte die Stimmen vieler Menschen.
Ab und zu gackerte ein Huhn.
Ein schallendes, raues Gelächter drang zu mir.
Ich schlug meine Augen auf,
und musste blinzeln.
Grelles Sonnenlicht verbat es mir, zu sehen, was um mich herum geschah.
Ich brauchte eine Weile, bis ich mich an das gleißende Licht gewöhnt hatte.
Als es soweit war, fand ich mich in einer mir nur allzu bekannten Stadt wieder.
Eng schmiegten sich die hellen Häuser aneinander. Mit großen, scheibenlosen Fenstern, vor denen teils verschlissene Tücher in den unterschiedlichsten Farben im Wind tanzten.
Überall zwischen den Häusern, über den engen Gassen hinweg, waren dicke Leinen gespannt, welche über und über mit Wäsche behangen waren.
Auf den flachen Dächern lagen zuhauf geflochtene Körbe und zum trocknen ausgebreitetes Obst oder auf Leinen gehängte Fische.
Und doch sah ich überall zwischen den Häsuern das Funkeln des unendlich blauen Meeres.
In der Ferne konnte ich sogar einige Fischerboote auf der ruhigen See entdecken, den Hafen selbst sah ich jedoch nicht.
Doch ich wusste, dass er da war.
Ich war mir nicht sicher, wo ich stand.
Es war eine erhöhte Position.
Vielleicht ein Balkon oder eine Terasse?
Ich richtete meinen Blick auf das Geschehen direkt unter mir.
Ein riesiger Marktplatz, gesäumt von überdachten Wegen und Säulen, war der Grund für den vielen Lärm.
Der gesamte Platz war voller Menschen.
Und Stände.
So unglaublich viele Stände.
Überall priesen Händler lautstark ihre Waren an.
Bunte Tücher, Gewänder und duftende Gewürze.
Tontöpfe und -schüsseln.
Schmuck. Waffen. Nahrung.
Früchte aller Art!
Esel, Pferde, Kühe, Hühner, sogar Affen und einige Papageien konnte ich erspähen.
Mein Blick schweifte zu den Zwielichten der winzigen Gassen, welche, unter den Überdachungen hindurch, vom Marktplatz wegführten.
Überall dort standen Dirnen in den schäbigen Eingängen und versuchten, Händler und Fischer für ein wenig Geld zu verführen.
Auch Schurken trieben sich in den kühlen Schatten des Marktplatzes herum.
Bedauernswerte Taschendiebe.
Kopfschüttelnd schenkte ich meine Aufmerksamkeit wieder dem Gesamtbild dieser Stadt, welche sich jedes mal ein wenig zu verändern scheint, wenn ich dort bin.
Und doch erkenne ich sie.
Immer und immer wieder.
Ein kleiner Knuff in meinen Unterarm und der herbstliche Wind rissen mich aus meinen Gedanken.
Die Stadt 'erschrak' und verschwand wie ein scheues Tier und plötzlich erblickte ich nur noch ein kleines, paustbackiges Gesicht.
''Kommst du mit zur Schaukel?''
..
Eure Gleyfin
...bereits 380 x gelesen
Doch dann kam sie plötzlich hinter einer großen Weiche hervor und blendete mich, sodass ich meine Augen schloss..
Bevor ich sie wieder öffnete, hörte ich eine Möwe kreischen.
Schwüle Luft schlug mir entgegen und füllte heiß meine Lungen.
Ich hörte die Stimmen vieler Menschen.
Ab und zu gackerte ein Huhn.
Ein schallendes, raues Gelächter drang zu mir.
Ich schlug meine Augen auf,
und musste blinzeln.
Grelles Sonnenlicht verbat es mir, zu sehen, was um mich herum geschah.
Ich brauchte eine Weile, bis ich mich an das gleißende Licht gewöhnt hatte.
Als es soweit war, fand ich mich in einer mir nur allzu bekannten Stadt wieder.
Eng schmiegten sich die hellen Häuser aneinander. Mit großen, scheibenlosen Fenstern, vor denen teils verschlissene Tücher in den unterschiedlichsten Farben im Wind tanzten.
Überall zwischen den Häusern, über den engen Gassen hinweg, waren dicke Leinen gespannt, welche über und über mit Wäsche behangen waren.
Auf den flachen Dächern lagen zuhauf geflochtene Körbe und zum trocknen ausgebreitetes Obst oder auf Leinen gehängte Fische.
Und doch sah ich überall zwischen den Häsuern das Funkeln des unendlich blauen Meeres.
In der Ferne konnte ich sogar einige Fischerboote auf der ruhigen See entdecken, den Hafen selbst sah ich jedoch nicht.
Doch ich wusste, dass er da war.
Ich war mir nicht sicher, wo ich stand.
Es war eine erhöhte Position.
Vielleicht ein Balkon oder eine Terasse?
Ich richtete meinen Blick auf das Geschehen direkt unter mir.
Ein riesiger Marktplatz, gesäumt von überdachten Wegen und Säulen, war der Grund für den vielen Lärm.
Der gesamte Platz war voller Menschen.
Und Stände.
So unglaublich viele Stände.
Überall priesen Händler lautstark ihre Waren an.
Bunte Tücher, Gewänder und duftende Gewürze.
Tontöpfe und -schüsseln.
Schmuck. Waffen. Nahrung.
Früchte aller Art!
Esel, Pferde, Kühe, Hühner, sogar Affen und einige Papageien konnte ich erspähen.
Mein Blick schweifte zu den Zwielichten der winzigen Gassen, welche, unter den Überdachungen hindurch, vom Marktplatz wegführten.
Überall dort standen Dirnen in den schäbigen Eingängen und versuchten, Händler und Fischer für ein wenig Geld zu verführen.
Auch Schurken trieben sich in den kühlen Schatten des Marktplatzes herum.
Bedauernswerte Taschendiebe.
Kopfschüttelnd schenkte ich meine Aufmerksamkeit wieder dem Gesamtbild dieser Stadt, welche sich jedes mal ein wenig zu verändern scheint, wenn ich dort bin.
Und doch erkenne ich sie.
Immer und immer wieder.
Ein kleiner Knuff in meinen Unterarm und der herbstliche Wind rissen mich aus meinen Gedanken.
Die Stadt 'erschrak' und verschwand wie ein scheues Tier und plötzlich erblickte ich nur noch ein kleines, paustbackiges Gesicht.
''Kommst du mit zur Schaukel?''
..
Eure Gleyfin
... link (4 Kommentare) ... comment
Freitag, 23. September 2011
gleyfin, 00:32h
Wie geil!!
Ich bin wieder im Rennen!
>:D
Das war der reinste Entzug!
Und dabei waren das nicht mal .. 7(?) Stunden.
Eure erleichterte Gleyfin
P.S. Diese dummen scheiß Makros -.-'
...bereits 434 x gelesen
Ich bin wieder im Rennen!
>:D
Das war der reinste Entzug!
Und dabei waren das nicht mal .. 7(?) Stunden.
Eure erleichterte Gleyfin
P.S. Diese dummen scheiß Makros -.-'
... link (8 Kommentare) ... comment
Dienstag, 20. September 2011
Der Tod trägt Orange
gleyfin, 23:58h
Wie schon sooft war ich auch diesen Morgen wieder viel zu spät dran. Wie besessen hetzte ich durch das Haus. Als ich die Treppe hoch kam, weil ich etwas in meinem Zimmer vergessen hatte, blendete mich das grelle Orange der aufgehenden Sonne. Ich blieb auf der letzten Stufe stehen und betrachtete durch das Fenster hindurch, wie sich die kalten Sonnenstrahlen über den gegenüberliegenden Friedhof und die großen Bäume, welche die Sicht auf das kleine Stück Totenruhe ein wenig versperren, legte..
Wie ein Gewand, könnte man meinen.
Ich gab mir einen Ruck und beeilte mich, wieder runter zu kommen.
Hektisch riss ich dann die Terassentür auf, um meine Schuhe von draußen reinzuholen.
Und erschrack.
Neben der Tür lag ein kleiner, lebloser Federknäul.
Zögernd trat ich ein wenig näher an den kleinen Vogel heran und beäugte ihn verwundert. Das Federkleid der Brust war, welch ein Zufall, in kräftiges Orange getaucht. Sein winziger Kopf hing schlaff herunter und die Augen waren, wie im Schlaf, geschlossen.
Kein Blut, keine Wunden.
Wie von innen heraus.. dahinvegetiert.
Den ganzen Vormittag über war ich am überlegen, wie und wo ich das kleine Knäul am besten 'beerdigen' könnte.
Doch als ich bei meiner Uroma vor der Tür stand, rückte der Tod (leider nur) für kurze Zeit in den Hintergrund.
Wir saßen schweigend am Tisch und aßen.
Wie immer lief das Radio.
Thema war die Verstrahlung in Fukushima und was diese beim Menschen auslösen kann.
Verbrennungen, Geschwüre, Krebs..
Sie war schon fertig mit dem Essen und starrte die Wand an.
Immer wieder viel das Wort 'Krebs'.
Ich aß noch ein wenig Honigmelone.
Außen war sie grün und wurde nach innen hin 'orange'.
Sie schmeckte schon ein bisschen fad.
Trotzdem aß ich, mit dem Hintergedanken, sie könnte sonst gekränkt sein, weiter.
Eben hatte ich mir noch ein großes Stück Melone in den Mund geschoben, da meinte sie, scheinbar mit den Gedanken ganz wo anders:
''Oma geht es nicht so gut. Sie hat es mit der Schilddrüse.''
Mir blieb das Stück Melone im Hals stecken. Ich wollte es runterschlucken, doch ich konnte nicht. Husten war ebenfalls nicht machbar.
Verkrampft vor Angst saß ich da, die Gabel mit kalter Hand umkrallt, dem Ersticken nahe.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich sie an, während ihr Blick weiterhin auf die Wand gerichtet war und im Radio erneut das Wort 'Krebs' fiel. Am liebsten hätte ich meine Gabel in Richtung Fensterbank geschleudert!
Doch es ging einfach nicht.
Ich dachte an die vielen Male, die meine Oma schon krank gewesen war. An die unzähligen Operationen und vergangenen Chemotherapien.
Plötzlich rührte sie sich.
Sie faltete die Hände und hob ihren Blick ein wenig an.
Es schien mir, als hätte sie vor Trauer glasige Augen. Oder war es doch nur der Trübe Blick des Alters?
Einen langen Augenblick später erhob sie sich schwerfällig.
''Räumst du ab?'', fragte sie bittend mit rauer Stimme.
Während ich das Geschirr spülte, überlegte ich fieberhaft, was ich für meine Oma tun könnte.
Beten, wie sie es getan hatte, kam für mich nicht infrage! Meine Granny ist nämlich eingefleischte Atheistin, ebenso, wie ich eine bin.
Was bringt es mir dann, jemanden um etwas zu bitten, der für mich sowieso nicht existiert?
Ich zermürbte mir also weiter das Hirn..
Und fand einfach keine Lösung.
Schweren Herzens ließ ich es erst ein mal ruhen und widmete mich wieder intensiv dem Spülen.
Als ich wieder zu Hause war, kam mir der Vogel wieder in den Sinn.
Wo sollte ich ihn bloß vergraben?
Als ich nach ihm sehen wollte,
war er verschwunden.
Nichts zeugte davon, dass er dort überhaupt gelegen hatte, wo ich ihn morgens fand.
Kurz schweifte mein Blick über den Garten, ich zuckte verwirrt die Achseln und kramte meinen Schlüssel hervor..
Eure Gleyfin

P.S. Und nein, 'Gott' wird mir nicht vergeben und meine Gebete, trotz meiner nicht vorhandenen Frommheit, erhören.
-.-''
...bereits 340 x gelesen
Wie ein Gewand, könnte man meinen.
Ich gab mir einen Ruck und beeilte mich, wieder runter zu kommen.
Hektisch riss ich dann die Terassentür auf, um meine Schuhe von draußen reinzuholen.
Und erschrack.
Neben der Tür lag ein kleiner, lebloser Federknäul.
Zögernd trat ich ein wenig näher an den kleinen Vogel heran und beäugte ihn verwundert. Das Federkleid der Brust war, welch ein Zufall, in kräftiges Orange getaucht. Sein winziger Kopf hing schlaff herunter und die Augen waren, wie im Schlaf, geschlossen.
Kein Blut, keine Wunden.
Wie von innen heraus.. dahinvegetiert.
Den ganzen Vormittag über war ich am überlegen, wie und wo ich das kleine Knäul am besten 'beerdigen' könnte.
Doch als ich bei meiner Uroma vor der Tür stand, rückte der Tod (leider nur) für kurze Zeit in den Hintergrund.
Wir saßen schweigend am Tisch und aßen.
Wie immer lief das Radio.
Thema war die Verstrahlung in Fukushima und was diese beim Menschen auslösen kann.
Verbrennungen, Geschwüre, Krebs..
Sie war schon fertig mit dem Essen und starrte die Wand an.
Immer wieder viel das Wort 'Krebs'.
Ich aß noch ein wenig Honigmelone.
Außen war sie grün und wurde nach innen hin 'orange'.
Sie schmeckte schon ein bisschen fad.
Trotzdem aß ich, mit dem Hintergedanken, sie könnte sonst gekränkt sein, weiter.
Eben hatte ich mir noch ein großes Stück Melone in den Mund geschoben, da meinte sie, scheinbar mit den Gedanken ganz wo anders:
''Oma geht es nicht so gut. Sie hat es mit der Schilddrüse.''
Mir blieb das Stück Melone im Hals stecken. Ich wollte es runterschlucken, doch ich konnte nicht. Husten war ebenfalls nicht machbar.
Verkrampft vor Angst saß ich da, die Gabel mit kalter Hand umkrallt, dem Ersticken nahe.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich sie an, während ihr Blick weiterhin auf die Wand gerichtet war und im Radio erneut das Wort 'Krebs' fiel. Am liebsten hätte ich meine Gabel in Richtung Fensterbank geschleudert!
Doch es ging einfach nicht.
Ich dachte an die vielen Male, die meine Oma schon krank gewesen war. An die unzähligen Operationen und vergangenen Chemotherapien.
Plötzlich rührte sie sich.
Sie faltete die Hände und hob ihren Blick ein wenig an.
Es schien mir, als hätte sie vor Trauer glasige Augen. Oder war es doch nur der Trübe Blick des Alters?
Einen langen Augenblick später erhob sie sich schwerfällig.
''Räumst du ab?'', fragte sie bittend mit rauer Stimme.
Während ich das Geschirr spülte, überlegte ich fieberhaft, was ich für meine Oma tun könnte.
Beten, wie sie es getan hatte, kam für mich nicht infrage! Meine Granny ist nämlich eingefleischte Atheistin, ebenso, wie ich eine bin.
Was bringt es mir dann, jemanden um etwas zu bitten, der für mich sowieso nicht existiert?
Ich zermürbte mir also weiter das Hirn..
Und fand einfach keine Lösung.
Schweren Herzens ließ ich es erst ein mal ruhen und widmete mich wieder intensiv dem Spülen.
Als ich wieder zu Hause war, kam mir der Vogel wieder in den Sinn.
Wo sollte ich ihn bloß vergraben?
Als ich nach ihm sehen wollte,
war er verschwunden.
Nichts zeugte davon, dass er dort überhaupt gelegen hatte, wo ich ihn morgens fand.
Kurz schweifte mein Blick über den Garten, ich zuckte verwirrt die Achseln und kramte meinen Schlüssel hervor..
Eure Gleyfin

P.S. Und nein, 'Gott' wird mir nicht vergeben und meine Gebete, trotz meiner nicht vorhandenen Frommheit, erhören.
-.-''
... link (2 Kommentare) ... comment
... older stories