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Donnerstag, 15. November 2012
Nebel
gleyfin, 20:38h
Stille.
Ich stehe auf einer Brücke, umgeben von wabernden Schleiern, und lausche.
Nur das Geländer ist unscharf zu sehen, der graue Stein verschwimmt in den tastenden Händen der weißen Nebelschwaden.
Gesponnene Netze hängen, zu Eis erstarrt und eisig funkelnd, zwischen dem Metall.
Ich schließe die Augen und hauche meinen gefrierenden Atem in die Luft.
Vom leisen Wind wird die Eiswolke davongetragen.
Die Kälte kriecht erbamungslos an meinen Beinen hoch, doch friere ich nicht.
Ich stelle mir vor, wie ich in einem Wald stehe, umgeben von Schnee und unendlicher Ruhe.
Eine einzelne Schneeflocke schwebt dahin und schimmert im fahlen Schein des Tages.
Einmal atme ich tief aus, meine Brust ist erfüllt von Wärme.
Plötzlich reißen sie mich zurück, das Lärmen, die Lichter-
und wieder stehe ich auf einer Brücke, doch umgeben vom grauen Nebel der Stadt, von zu vielen Seelen und tiefem Schwermut.
Eure Gleyfin
...bereits 558 x gelesen
Ich stehe auf einer Brücke, umgeben von wabernden Schleiern, und lausche.
Nur das Geländer ist unscharf zu sehen, der graue Stein verschwimmt in den tastenden Händen der weißen Nebelschwaden.
Gesponnene Netze hängen, zu Eis erstarrt und eisig funkelnd, zwischen dem Metall.
Ich schließe die Augen und hauche meinen gefrierenden Atem in die Luft.
Vom leisen Wind wird die Eiswolke davongetragen.
Die Kälte kriecht erbamungslos an meinen Beinen hoch, doch friere ich nicht.
Ich stelle mir vor, wie ich in einem Wald stehe, umgeben von Schnee und unendlicher Ruhe.
Eine einzelne Schneeflocke schwebt dahin und schimmert im fahlen Schein des Tages.
Einmal atme ich tief aus, meine Brust ist erfüllt von Wärme.
Plötzlich reißen sie mich zurück, das Lärmen, die Lichter-
und wieder stehe ich auf einer Brücke, doch umgeben vom grauen Nebel der Stadt, von zu vielen Seelen und tiefem Schwermut.
Eure Gleyfin
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Samstag, 10. November 2012
Typisch untypisch
gleyfin, 16:30h
''Gucken wir heute Abend Fußball?''
''Wenn ich mich bis dahin noch nicht erschossen habe.''
Großes Kino.
dachte ich mir, heimlich lächelnd, als ich in der Küche am Waschbecken stand und mein Glas mit Wasser füllte.
Es war schon ohne mich losgegangen, nachdem ich aufgestanden war.
Die Klänge des Radioweckers drangen stumpf in das schäbige Badezimmer und verschmolzen mit dem wilden Geschrei, während ich wie angewurzelt vor dem Spiegel stand und in den Flur lauschte.
Es wurde diskutiert, gebrüllt, mit Fäusten auf den Tisch gedonnert .
Schön. Sie ist seit 2 Tagen wieder zu Hause und dann sowas. Meine Sehnsüchte scheinen sich zu erfüllen!
In mich hineinlächelnd stellte ich mir zum Gebrüll vor, wie die Löwin und der Bär sich bekriegten.
Als ich dann in die Küche trat, war ich erstaunt, dieses magere Häufchen Elend vorzufinden, wie es mit seinem Vater stritt.
Du bist ziemlich schlecht im Einschätzen Anderer.
Das gesamte Frühstück über stritten sie über Etwas, was ich nicht mitbekommen hatte. Ich war begierig darauf zu erfahren, um was es sich handelte, konnte mir Einiges zusammenreimen.
Doch im Großen und Ganzen, wie spannend und belustigend es auch war, hatte ich andere Probleme.
Problem #1
''Wer will das Ei noch essen?''
''Ich!''
Während der Knochenhaufen und der Bär sich über den Tisch hinweg mit scharfen Tönen zerfleischten, stritten mein Bruder und ich um das Essen.
Beides diagonal, versteht sich.
Nicht sehr elegant aber nunmal so, wie es sich für Geschwister gehört.
Problem #2
Mein von Sorgen und Gedanken geplagter Kopf, welcher immer noch brummt und knattert.
Wie wird es werden, nächsten Samstag?
Was wird danach kommen?
Warum ist es gerade, wie es ist?
Lärm, Hass, Neid und sie sitzt nur am Tisch und sieht zu, wie ihre 'perfekte' Familie auseinanderbricht..
Leider schmerzhaft für sie doch ein Hoffnungsschimmer für Einige von uns..
Eure Gleyfin
...bereits 547 x gelesen
''Wenn ich mich bis dahin noch nicht erschossen habe.''
Großes Kino.
dachte ich mir, heimlich lächelnd, als ich in der Küche am Waschbecken stand und mein Glas mit Wasser füllte.
Es war schon ohne mich losgegangen, nachdem ich aufgestanden war.
Die Klänge des Radioweckers drangen stumpf in das schäbige Badezimmer und verschmolzen mit dem wilden Geschrei, während ich wie angewurzelt vor dem Spiegel stand und in den Flur lauschte.
Es wurde diskutiert, gebrüllt, mit Fäusten auf den Tisch gedonnert .
Schön. Sie ist seit 2 Tagen wieder zu Hause und dann sowas. Meine Sehnsüchte scheinen sich zu erfüllen!
In mich hineinlächelnd stellte ich mir zum Gebrüll vor, wie die Löwin und der Bär sich bekriegten.
Als ich dann in die Küche trat, war ich erstaunt, dieses magere Häufchen Elend vorzufinden, wie es mit seinem Vater stritt.
Du bist ziemlich schlecht im Einschätzen Anderer.
Das gesamte Frühstück über stritten sie über Etwas, was ich nicht mitbekommen hatte. Ich war begierig darauf zu erfahren, um was es sich handelte, konnte mir Einiges zusammenreimen.
Doch im Großen und Ganzen, wie spannend und belustigend es auch war, hatte ich andere Probleme.
Problem #1
''Wer will das Ei noch essen?''
''Ich!''
Während der Knochenhaufen und der Bär sich über den Tisch hinweg mit scharfen Tönen zerfleischten, stritten mein Bruder und ich um das Essen.
Beides diagonal, versteht sich.
Nicht sehr elegant aber nunmal so, wie es sich für Geschwister gehört.
Problem #2
Mein von Sorgen und Gedanken geplagter Kopf, welcher immer noch brummt und knattert.
Wie wird es werden, nächsten Samstag?
Was wird danach kommen?
Warum ist es gerade, wie es ist?
Lärm, Hass, Neid und sie sitzt nur am Tisch und sieht zu, wie ihre 'perfekte' Familie auseinanderbricht..
Leider schmerzhaft für sie doch ein Hoffnungsschimmer für Einige von uns..
Eure Gleyfin
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Donnerstag, 8. November 2012
Stürme
gleyfin, 22:40h
Die Gedanken rasen, alles scheint verloren in Herbststürmen.
Ich denke an so Vieles in den letzten Tagen und nichts ist klar, alles brüllt und krächzt, eine Stimme lauter als die andere.
Wut und Verzweiflung scheinen mich zu erfüllen, der wundervoll trübe Herbst verucht, meinen Mut zu rauben doch lässt es sich ertragen; Tagträume retten mich so häufig.
Jedoch hinterlassen sie einen seltsamen Nachgeschmack, ganz leicht nur, wie ein Sturm an der See das Salz in der Luft.
...bereits 486 x gelesen
Ich denke an so Vieles in den letzten Tagen und nichts ist klar, alles brüllt und krächzt, eine Stimme lauter als die andere.
Wut und Verzweiflung scheinen mich zu erfüllen, der wundervoll trübe Herbst verucht, meinen Mut zu rauben doch lässt es sich ertragen; Tagträume retten mich so häufig.
Jedoch hinterlassen sie einen seltsamen Nachgeschmack, ganz leicht nur, wie ein Sturm an der See das Salz in der Luft.
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Montag, 29. Oktober 2012
gleyfin, 21:04h
Aus einem Impuls heraus entstanden.
Was auch immer dieser Text bedeuten mag..
''Mörder! Du elender Mörder!''
Flor spürte, wie sie ihn zurückrissen, ihre mächtigen Pranken krallten sich um seine Schultern.
Er schrie und rang nach Luft und Freiheit, wollte zu seiner Schwester stürmen, sie halten, das Blut von ihrem aschfahlen Gesicht wischen.
Doch sie hielten ihn, wie ein zappelnder Fisch am Land fühlte er sich.
Ihre drohenden Stimmen hingen leise doch schwer wie Blei in der Luft, warm und feucht an seinem Ohr.
Aber er schrie weiter.
Alles verschwamm vor seinen glasigen Augen.
Es war wie ein fürchterlicher Alptraum, wie ein Film schien alles in Zeitlupe zu laufen.
Das weiße Messer aus blankpoliertem, gezacktem Knochen wurde behutsam vom Blut gesäubert und in die Manteltasche zurückgeschoben, wie gehabt.
''So ist das Geschäft, mein Junge. Du wusstest es von Anfang an.'' Ein erbamungsloses, herablassendes Lächeln folgte.
Flor konnte sich nicht mehr zurückhalten, bittere Tränen schossen ihm in die Augen und rannen heiß über seine Wangen.
''Nein! Neeein!''
Alles rückte in weite Ferne, für Flor gab es nur noch die dunklen Augen seiner kleinen Sali, die starr und leer ins Nirgendwo blickten.
Durch den Schleier seiner unendlichen Wut und der Trauer drang ein fremdartiges Geräusch an Flors Gehör.
Der brennende Schmerz an seinen Schultern ließ plötzlich nach, doch wich er nicht.
Irgendetwas riss ihn von den Füßen und der nächste quälende Ruck stich durch seinen Körper. Sein Magen rebellierte unter Schmerzen.
Gerede war zu hören, Flor vernahm lediglich ein Wort:
''Schwächling.''
Es hallte in seinem brummenden Schädel wider und brannte sich ihm auf Ewig ein.
Türen knallten, das eigenartig lärmende Geräusch, wie von einem Motor, entfernte sich rasch.
Nach Luft ringend versuchte Flor, sich zu orientieren.
Als sich nach einigen Atemzügen sein Blick klärte, bemerkte er, dass er am Boden lag - in Salis erkaltender Blutlache.
Flor schrie voller Entsetzen auf und übergab sich, sein Körper bebte.
Nachdem alles ausgewürgt war, schleppte er sich kriechend zur leblosen Hülle seiner kleinen Schwester. Außerhalb des sich ausbreitenden Blutes.
Er kniete sich neben sie und strich sich seine strähnigen Haare mit blutverschmierten Händen aus dem Gesicht.
Ihr weißes Gewand war mit Blut durchtränkt, der Saumen zerrissen und schwarz vom Schlamm der Straßen.
Sanft bettete Flor ihren Kopf in seinem Schoß, fort von Blut und Dreck.
Er riss einen Stofffetzen von seinem einst ebenfalls weißen Hemd und fuhr damit über das kalte Gesicht Salis.
Dann säuberte er, so gut es ging, seine Hände.
Vorsichtig, mit klammen Fingern, strich er ihr das dunkle Haar aus der Stirn, drückte ihre Augen zu und gab ihr einen Kuss auf die Nase, wie damals.
''Denen werde ich zeigen, wer der Schwächling ist. Hörst du, Sali? Ich werde dich rächen und dann sehen wir uns wieder, Schwesterherz. Im nächsten Leben.''
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Was auch immer dieser Text bedeuten mag..
''Mörder! Du elender Mörder!''
Flor spürte, wie sie ihn zurückrissen, ihre mächtigen Pranken krallten sich um seine Schultern.
Er schrie und rang nach Luft und Freiheit, wollte zu seiner Schwester stürmen, sie halten, das Blut von ihrem aschfahlen Gesicht wischen.
Doch sie hielten ihn, wie ein zappelnder Fisch am Land fühlte er sich.
Ihre drohenden Stimmen hingen leise doch schwer wie Blei in der Luft, warm und feucht an seinem Ohr.
Aber er schrie weiter.
Alles verschwamm vor seinen glasigen Augen.
Es war wie ein fürchterlicher Alptraum, wie ein Film schien alles in Zeitlupe zu laufen.
Das weiße Messer aus blankpoliertem, gezacktem Knochen wurde behutsam vom Blut gesäubert und in die Manteltasche zurückgeschoben, wie gehabt.
''So ist das Geschäft, mein Junge. Du wusstest es von Anfang an.'' Ein erbamungsloses, herablassendes Lächeln folgte.
Flor konnte sich nicht mehr zurückhalten, bittere Tränen schossen ihm in die Augen und rannen heiß über seine Wangen.
''Nein! Neeein!''
Alles rückte in weite Ferne, für Flor gab es nur noch die dunklen Augen seiner kleinen Sali, die starr und leer ins Nirgendwo blickten.
Durch den Schleier seiner unendlichen Wut und der Trauer drang ein fremdartiges Geräusch an Flors Gehör.
Der brennende Schmerz an seinen Schultern ließ plötzlich nach, doch wich er nicht.
Irgendetwas riss ihn von den Füßen und der nächste quälende Ruck stich durch seinen Körper. Sein Magen rebellierte unter Schmerzen.
Gerede war zu hören, Flor vernahm lediglich ein Wort:
''Schwächling.''
Es hallte in seinem brummenden Schädel wider und brannte sich ihm auf Ewig ein.
Türen knallten, das eigenartig lärmende Geräusch, wie von einem Motor, entfernte sich rasch.
Nach Luft ringend versuchte Flor, sich zu orientieren.
Als sich nach einigen Atemzügen sein Blick klärte, bemerkte er, dass er am Boden lag - in Salis erkaltender Blutlache.
Flor schrie voller Entsetzen auf und übergab sich, sein Körper bebte.
Nachdem alles ausgewürgt war, schleppte er sich kriechend zur leblosen Hülle seiner kleinen Schwester. Außerhalb des sich ausbreitenden Blutes.
Er kniete sich neben sie und strich sich seine strähnigen Haare mit blutverschmierten Händen aus dem Gesicht.
Ihr weißes Gewand war mit Blut durchtränkt, der Saumen zerrissen und schwarz vom Schlamm der Straßen.
Sanft bettete Flor ihren Kopf in seinem Schoß, fort von Blut und Dreck.
Er riss einen Stofffetzen von seinem einst ebenfalls weißen Hemd und fuhr damit über das kalte Gesicht Salis.
Dann säuberte er, so gut es ging, seine Hände.
Vorsichtig, mit klammen Fingern, strich er ihr das dunkle Haar aus der Stirn, drückte ihre Augen zu und gab ihr einen Kuss auf die Nase, wie damals.
''Denen werde ich zeigen, wer der Schwächling ist. Hörst du, Sali? Ich werde dich rächen und dann sehen wir uns wieder, Schwesterherz. Im nächsten Leben.''
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