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Samstag, 2. Februar 2013
Zum Freiküssen verurteilt
gleyfin, 02:14h
Den blauen Regenschirm hatte ich in die Plastiktüte gestopft, doch lugte er heraus.
Wie so oft schlenderte ich durch die Straßen der Altstadt und hing meinen Gedanken nach, erledigte Einkäufe. Ausnahmsweise allein.
In der Ferne hörte ich lautes Gelächter, Bierdeckel ergossen sich rasselnd und scheppernd über das Pflaster.
Schon als ich in der Stadt ankam und mit meinem Fahrrad langsam am alten Rathaus vorbeiradelte, sah ich die Truppe dastehen, Bier trinken und derbe lachen.
Ein Kerl, gekleidet in Fokuhila-Perrücke, Sonnenbrille, Dreitagebart, Jogginganzug, weiße Tennissocken und Badeschlappen, fegte die Deckel immer und immer wieder zusammen, machte Scherze, trank.
Und immer mehr Bierdeckel wurden in den Kreis geworfen.
Und als ich also ging und dachte und mit nichts und niemandem rechnete, da hörte ich eine Stimme sagen, ganz nah:
''Hey, kannst du mir einen Gefallen tun, bitte?''
Ich war erneut am alten Rathaus angelangt und hatte nicht gemerkt, wie der Junggeselle sich zu mir gestellt hatte.
Verwirrt hielt ich inne und blickte ihm in sein Gesicht.
Seine Augen waren noch immer von der Sonnenbrille verdeckt.
Es dämmerte.
''Darf ich dich was fragen?''
Der Geruch von Bier schlug mir ins Gesicht, doch schien er nicht zu lallen.
Erstarrt blickte ich in die Runde aus fröhlichen Gesichtern.
Mir fiel auf, dass es mehr geworden waren seit dem frühen Nachmittag und auch, dass nun alle Blicke auf ihm und mir ruhten.
Ein Grinsen entwischte mir und ich nickte, innerlich vor Neugierde und Aufregung schäumend.
''Bist du Jungfrau?''
Mit großen Augen sah ich ihn an.
Ich lachte auf. Um uns herum begann es zu Murmeln, hier und da wurde gegröhlt und gebuht.
Eine ältere Frau, mit kurzem Haar und sicher zwei Köpfe kleiner als ich, trat an meine Seite.
''Bist du Jungfrau?'', fragte der Kerl erneut, freundlich und lächelnd.
Was ist schon dabei?
Ich grinste erneut.
''Ja, bin ich.''
Sein Lächeln wurde größer.
''Könntest du mich vielleicht freiküssen? Ich stehe hier schon den ganzen Tag und habe ehrlich keine Lust mehr, die Bierdeckel da aufzufegen.''
Wieder wurden meine Augen groß.
Inwiefern denn 'freiküssen'?
Bevor ich etwas einwenden konnte, sagte die alte Dame:
''Ach, sie sind so ein hübsches Mädchen. Küssen sie ihn ruhig, das macht sicher Spaß.''
Was um alles in der Welt geht denn hier ab?!
Plötzlich schien alles ganz schnell zu gehen.
Das Gröhlen wurde lauter und lauter, die Menschen schienen näher zu kommen, der Kerl und ich redeten miteinander und unsichtbare Bierwolken strichen über mein Gesicht. Ein Freund von ihm kam bald dazu und auch er redete, wie alle eine Bierflasche in der Hand haltend, auf mich ein.
Das Pöbeln wurde unerträglich, schien mich zu drängen, mich zu fordern, doch ohne Wut.
Es war der Witz, ein Reiz, welcher mir in den Ohren, auf der Zunge brannte. Es war so unwirklich, so plötzlich. Ich wusste nicht, was tun, obwohl ich doch schon längst eine Entscheidung getroffen hatte.
Hin und her und vollen allen Seiten, was soll ich tun, was mach ich jetzt? Die gucken mich ja immer noch alle an.
Ich weiß nicht, ich kann nur noch-
''Na gut, komm!'' Ich konnte nicht aufhören zu grinsen.
Was tat ich da bloß?
Erleichtert winkte er mir und das Gröhlen schwoll noch einmal beträchtlich an.
Wir gingen an den Bierdeckeln vorüber, sie knirschten auf dem Stein, und die Stufen hinauf zum alten Rathaus.
''Aber auf die Wange!'' Ich lächelte.
''Natürlich.'' Wie ein kleiner Junge stellte er sich frech grinsend auf die oberste Stufe und ich mich nebendran.
Ein flüchtiger Kuss strich seine Wange, der Bart kratzte. Insgeheim befürchtete ich, er würde sich schnell zu mir drehen.
Ich musste mir ein Auflachen verkneifen.
Das protestierende Brüllen der Zuschauer brach noch immer nicht ab, eine Frau mit Fotoapparat eilte herbei und rief über den Lärm hinweg:
''Einmal noch, bitte! Wir brauchen ein Beweisfoto!''
Sie lachte und mir wurde warm.
Wieder küsste ich ihn, diesmal länger.
Es blitzte und donnerte und wieder haftete der Geruch von Bier an mir.
Nun prustete ich los und lies vom dreitagebärtigen Kerl.
Er gab mir die Hand und sagte, so, dass nur ich ihn hören konnte:
''Danke! Dafür bekommst du auch einen Kuss!''
Lächelnd hielt ich ihm eine Wange hin und bekam einen kratzigen Bierkuss aufgedrückt.
Mit einem schüchternen Wink für die Menge verabschiedete ich mich und wollte schnell und kichernd das Weite suchen.
Endlich legte sich das Donnern der Gröhler und als ich schon beinahe nicht mehr im Kreis stand, kamen zwei Frauen auf mich zu.
Die alte von vorhin. Sie lächelte und sagte:
''Das haben sie schön gemacht!''
Ich grinste. Die nächste -sie war ein wenig größer, trug eine Brille auf der Nase und einen Becher Bier in der Hand- sagte im Vorbeigehen:
''Das haben sie gut gemacht. Ich bin die Mutter.''
Dömdömdööö
''Danke.''
Blut dröhnte in meinen Ohren, schnell und grinsend verschwand ich in den kleinen Straßen.
Der Geruch von Bier hing noch lang an diesem Nachmittag in meiner Nase.
Eure Gleyfin
P.S. Gilt dem Herbst 2012
...bereits 854 x gelesen
Wie so oft schlenderte ich durch die Straßen der Altstadt und hing meinen Gedanken nach, erledigte Einkäufe. Ausnahmsweise allein.
In der Ferne hörte ich lautes Gelächter, Bierdeckel ergossen sich rasselnd und scheppernd über das Pflaster.
Schon als ich in der Stadt ankam und mit meinem Fahrrad langsam am alten Rathaus vorbeiradelte, sah ich die Truppe dastehen, Bier trinken und derbe lachen.
Ein Kerl, gekleidet in Fokuhila-Perrücke, Sonnenbrille, Dreitagebart, Jogginganzug, weiße Tennissocken und Badeschlappen, fegte die Deckel immer und immer wieder zusammen, machte Scherze, trank.
Und immer mehr Bierdeckel wurden in den Kreis geworfen.
Und als ich also ging und dachte und mit nichts und niemandem rechnete, da hörte ich eine Stimme sagen, ganz nah:
''Hey, kannst du mir einen Gefallen tun, bitte?''
Ich war erneut am alten Rathaus angelangt und hatte nicht gemerkt, wie der Junggeselle sich zu mir gestellt hatte.
Verwirrt hielt ich inne und blickte ihm in sein Gesicht.
Seine Augen waren noch immer von der Sonnenbrille verdeckt.
Es dämmerte.
''Darf ich dich was fragen?''
Der Geruch von Bier schlug mir ins Gesicht, doch schien er nicht zu lallen.
Erstarrt blickte ich in die Runde aus fröhlichen Gesichtern.
Mir fiel auf, dass es mehr geworden waren seit dem frühen Nachmittag und auch, dass nun alle Blicke auf ihm und mir ruhten.
Ein Grinsen entwischte mir und ich nickte, innerlich vor Neugierde und Aufregung schäumend.
''Bist du Jungfrau?''
Mit großen Augen sah ich ihn an.
Ich lachte auf. Um uns herum begann es zu Murmeln, hier und da wurde gegröhlt und gebuht.
Eine ältere Frau, mit kurzem Haar und sicher zwei Köpfe kleiner als ich, trat an meine Seite.
''Bist du Jungfrau?'', fragte der Kerl erneut, freundlich und lächelnd.
Was ist schon dabei?
Ich grinste erneut.
''Ja, bin ich.''
Sein Lächeln wurde größer.
''Könntest du mich vielleicht freiküssen? Ich stehe hier schon den ganzen Tag und habe ehrlich keine Lust mehr, die Bierdeckel da aufzufegen.''
Wieder wurden meine Augen groß.
Inwiefern denn 'freiküssen'?
Bevor ich etwas einwenden konnte, sagte die alte Dame:
''Ach, sie sind so ein hübsches Mädchen. Küssen sie ihn ruhig, das macht sicher Spaß.''
Was um alles in der Welt geht denn hier ab?!
Plötzlich schien alles ganz schnell zu gehen.
Das Gröhlen wurde lauter und lauter, die Menschen schienen näher zu kommen, der Kerl und ich redeten miteinander und unsichtbare Bierwolken strichen über mein Gesicht. Ein Freund von ihm kam bald dazu und auch er redete, wie alle eine Bierflasche in der Hand haltend, auf mich ein.
Das Pöbeln wurde unerträglich, schien mich zu drängen, mich zu fordern, doch ohne Wut.
Es war der Witz, ein Reiz, welcher mir in den Ohren, auf der Zunge brannte. Es war so unwirklich, so plötzlich. Ich wusste nicht, was tun, obwohl ich doch schon längst eine Entscheidung getroffen hatte.
Hin und her und vollen allen Seiten, was soll ich tun, was mach ich jetzt? Die gucken mich ja immer noch alle an.
Ich weiß nicht, ich kann nur noch-
''Na gut, komm!'' Ich konnte nicht aufhören zu grinsen.
Was tat ich da bloß?
Erleichtert winkte er mir und das Gröhlen schwoll noch einmal beträchtlich an.
Wir gingen an den Bierdeckeln vorüber, sie knirschten auf dem Stein, und die Stufen hinauf zum alten Rathaus.
''Aber auf die Wange!'' Ich lächelte.
''Natürlich.'' Wie ein kleiner Junge stellte er sich frech grinsend auf die oberste Stufe und ich mich nebendran.
Ein flüchtiger Kuss strich seine Wange, der Bart kratzte. Insgeheim befürchtete ich, er würde sich schnell zu mir drehen.
Ich musste mir ein Auflachen verkneifen.
Das protestierende Brüllen der Zuschauer brach noch immer nicht ab, eine Frau mit Fotoapparat eilte herbei und rief über den Lärm hinweg:
''Einmal noch, bitte! Wir brauchen ein Beweisfoto!''
Sie lachte und mir wurde warm.
Wieder küsste ich ihn, diesmal länger.
Es blitzte und donnerte und wieder haftete der Geruch von Bier an mir.
Nun prustete ich los und lies vom dreitagebärtigen Kerl.
Er gab mir die Hand und sagte, so, dass nur ich ihn hören konnte:
''Danke! Dafür bekommst du auch einen Kuss!''
Lächelnd hielt ich ihm eine Wange hin und bekam einen kratzigen Bierkuss aufgedrückt.
Mit einem schüchternen Wink für die Menge verabschiedete ich mich und wollte schnell und kichernd das Weite suchen.
Endlich legte sich das Donnern der Gröhler und als ich schon beinahe nicht mehr im Kreis stand, kamen zwei Frauen auf mich zu.
Die alte von vorhin. Sie lächelte und sagte:
''Das haben sie schön gemacht!''
Ich grinste. Die nächste -sie war ein wenig größer, trug eine Brille auf der Nase und einen Becher Bier in der Hand- sagte im Vorbeigehen:
''Das haben sie gut gemacht. Ich bin die Mutter.''
Dömdömdööö
''Danke.''
Blut dröhnte in meinen Ohren, schnell und grinsend verschwand ich in den kleinen Straßen.
Der Geruch von Bier hing noch lang an diesem Nachmittag in meiner Nase.
Eure Gleyfin
P.S. Gilt dem Herbst 2012
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Reinemachen
gleyfin, 01:03h
Es ist viel geschehen in letzter Zeit und ich habe viel schlucken müssen..selbst buchstäblich.
Bevor ich jedoch mit dem Blog und Euch an meiner Seite in das neue Jahr starte, möchte ich zunächst mit dem letzten abschließen, alles was mir zu Einigem auf dem Herzen liegt, auf die Tastatur klatschen, damit ich es nicht mehr in mir tragen muss..
Ein kleines Fazit nebenher: Diese 'kleine' Schreibpause hat mir alles andere als gut getan, so viel steht fest! hihi
Liebe Grüße,
Eure Gley
P.S. Seid mir nicht böse, wenn ich noch ein bisschen eingerostet bin :)
...bereits 741 x gelesen
Bevor ich jedoch mit dem Blog und Euch an meiner Seite in das neue Jahr starte, möchte ich zunächst mit dem letzten abschließen, alles was mir zu Einigem auf dem Herzen liegt, auf die Tastatur klatschen, damit ich es nicht mehr in mir tragen muss..
Ein kleines Fazit nebenher: Diese 'kleine' Schreibpause hat mir alles andere als gut getan, so viel steht fest! hihi
Liebe Grüße,
Eure Gley
P.S. Seid mir nicht böse, wenn ich noch ein bisschen eingerostet bin :)
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Sonntag, 2. Dezember 2012
Zwiegespräche
gleyfin, 03:07h
''Was ist los?''
''Ach, nichts..''
''Natürlich hast du etwas! Warum versuchst du zu leugnen, dass du so niedergeschlagen bist?''
''Ist ja gut! Du hast Recht.''
''Ich weiß. Also, was ist geschehen?''
''Weiß nicht... Man könnte fast sagen, ich wurde verraten.''
''Verraten? Von wem?''
''Von meiner angeblich 'besten Freundin'.''
''Was hat sie getan?''
''Mich belogen, mich ausgeschlossen, sich in Schweigen gehüllt.. es ist, als würde sie mich nicht in iher Nähe haben wollen. Als würde sie nicht wollen, dass ich etwas über ihr 'anderes' Leben erfahre. Sie erzählt mir gar nichts, weiht mich in kaum etwas ein.. hat sie noch nie gemacht und jetzt, wo diese andere.. ach, was solls.''
''Das bildest du dir sicherlich nur ein.''
''Nein. So dumm bin nicht einmal ich.''
''Und jetzt?''
''Jetzt esse ich erstmal etwas!''
''Was?! Es ist 1:30 Uhr!''
''Ich weiß.''
''Damit zerstörst du dich. Warum?''
''Als ich zufällig von ihrem anderen Leben erfahren habe, war ich unglaublich enttäuscht und wütend.
Weinen konnte ich nicht. Ich will immer, bin kurz vorm Explodieren, doch das Weinen scheint etwas in mir nicht zu akzeptieren. Und so staut sich alles. Du weißt doch, da ist dieser schwarze Schlick..''
''Aber warum das Essen?''
''Autoaggresivität als Ventil, schonmal davon gehört?''
''Du bist doch verrückt, dich wegen solcher Kleinigkeiten so fertigzumachen!''
''Die Masse der Kleinigkeiten ist das Problem..
Na ja, und wenn schon, mein Leben ist sowieso nur ein einziger, langweiliger Witz. Eine Lüge. Und es lässt mich einsam dahinvegetieren. Da bleibt nur noch Essen oder das Schlagen mit flachen Händen gegen diese Wand dort.''
''Es tut mir im Herzen weh, wie dunkel deine Sicht auf die Dinge ist.''
''Da bist du wohl die einzige Seele, welche so fühlt.''
''Weißt du was?''
''Was denn?''
'Dass du mir davon erzählst ist mutig.''
''Mutig? Was soll ich sonst tun? ich habe niemanden, dem ich soetwas anvertrauen könnte und du...du bist nur..''
''Egal, wer oder was ich bin oder nicht bin, ich bin jedenfalls immer für dich da. Lasse alles an mir aus und deine Tage werden nicht vollkommen bitter sein.''
''Wer weiß..aber danke.''
...bereits 597 x gelesen
''Ach, nichts..''
''Natürlich hast du etwas! Warum versuchst du zu leugnen, dass du so niedergeschlagen bist?''
''Ist ja gut! Du hast Recht.''
''Ich weiß. Also, was ist geschehen?''
''Weiß nicht... Man könnte fast sagen, ich wurde verraten.''
''Verraten? Von wem?''
''Von meiner angeblich 'besten Freundin'.''
''Was hat sie getan?''
''Mich belogen, mich ausgeschlossen, sich in Schweigen gehüllt.. es ist, als würde sie mich nicht in iher Nähe haben wollen. Als würde sie nicht wollen, dass ich etwas über ihr 'anderes' Leben erfahre. Sie erzählt mir gar nichts, weiht mich in kaum etwas ein.. hat sie noch nie gemacht und jetzt, wo diese andere.. ach, was solls.''
''Das bildest du dir sicherlich nur ein.''
''Nein. So dumm bin nicht einmal ich.''
''Und jetzt?''
''Jetzt esse ich erstmal etwas!''
''Was?! Es ist 1:30 Uhr!''
''Ich weiß.''
''Damit zerstörst du dich. Warum?''
''Als ich zufällig von ihrem anderen Leben erfahren habe, war ich unglaublich enttäuscht und wütend.
Weinen konnte ich nicht. Ich will immer, bin kurz vorm Explodieren, doch das Weinen scheint etwas in mir nicht zu akzeptieren. Und so staut sich alles. Du weißt doch, da ist dieser schwarze Schlick..''
''Aber warum das Essen?''
''Autoaggresivität als Ventil, schonmal davon gehört?''
''Du bist doch verrückt, dich wegen solcher Kleinigkeiten so fertigzumachen!''
''Die Masse der Kleinigkeiten ist das Problem..
Na ja, und wenn schon, mein Leben ist sowieso nur ein einziger, langweiliger Witz. Eine Lüge. Und es lässt mich einsam dahinvegetieren. Da bleibt nur noch Essen oder das Schlagen mit flachen Händen gegen diese Wand dort.''
''Es tut mir im Herzen weh, wie dunkel deine Sicht auf die Dinge ist.''
''Da bist du wohl die einzige Seele, welche so fühlt.''
''Weißt du was?''
''Was denn?''
'Dass du mir davon erzählst ist mutig.''
''Mutig? Was soll ich sonst tun? ich habe niemanden, dem ich soetwas anvertrauen könnte und du...du bist nur..''
''Egal, wer oder was ich bin oder nicht bin, ich bin jedenfalls immer für dich da. Lasse alles an mir aus und deine Tage werden nicht vollkommen bitter sein.''
''Wer weiß..aber danke.''
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Samstag, 24. November 2012
gleyfin, 00:42h
Laufe, laufe, kleines Mädchen. In den dunklen, düstren Wald.
Wo die wilden Geister leben und kein Schrei je widerhallt.
Klammre dich an tote Hoffnung, welche sich dein Leben nannt.
Wenn er sucht, dann findet er. Hat dich rasch im Wald erkannt.
Laufe, laufe, kleines Mädchen. Immer tiefer in den Wald.
Wo die Bäume alles sehen und die Bächlein wispern kalt.
...bereits 601 x gelesen
Wo die wilden Geister leben und kein Schrei je widerhallt.
Klammre dich an tote Hoffnung, welche sich dein Leben nannt.
Wenn er sucht, dann findet er. Hat dich rasch im Wald erkannt.
Laufe, laufe, kleines Mädchen. Immer tiefer in den Wald.
Wo die Bäume alles sehen und die Bächlein wispern kalt.
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Mittwoch, 21. November 2012
Der Wald
gleyfin, 19:57h
Er besteigt den schmalen Pfad.
Aufwärts, immer weiter.
Gewandet wie ein Jägersmann.
Rechts die dunklen Riesen, sich knorrig an die Hänge krallend. Links saftig grüne Wälder.
Wellengleich bis zum Horizont erstrecken sie sich, weit unten und doch den Himmel empfangend.
Die Schatten tanzen mit dem Sonnenlicht.
Er sieht die Grenze, ein kleines Schild.
Bläst das Horn und der Schall geht über Berg und Tal.
Und es beginnt.
Die Jagd, die Flucht, das Überleben.
Der Jägersmann verblasst im lebenden Grün des atmenden Waldes.
Sie wandern fröhlich, mit gutem Gepäck.
Auf zur alten Hütte, auf zu alten Freunden.
Kinder lachen, Große reden, bis sie erspähen die dunkle Fassade aus erschlagenem, leblosem Holz.
Ein Wagen steht dort und die Szene verschwimmt.
Düsternis flutet das wilde Bild.
Als sie ebbt, die Finsternis, sitzen sie im Wagen.
Dunkel wie der Wald, und ebenso alt.
Das Lachen längst erstorben, denn große Furcht zehrt am Leben.
Und plötzlich kracht und rumpelt es, faules Blut spritzt an die eingestaubten Scheiben.
Sie stöhnen und lechzen nach frischem Fleisch, hauchen toten Atem an das Glas.
Es stinkt und die Luft erkaltet vor Todesangst.
Sie weinen, die wenigen im Wagen, umarmen und bangen, hoffen und warten.
Und plötzlich ist es Stille.
Die verzerrten, maroden Gesichter, die geistlosen, wilden Augen, das faule, zerfallende Fleisch. Alles ist fort, doch der Gestank nach Tod bleibt.
Das Licht ist seltsam monoton.
Nicht hell, nicht düster. Ein Zwielicht ohne wahre Quelle.
Sie wagen sich davon, rennen durch den Wald, keine Spur vom Jägersmann.
Jappsend und hustend gelangen sie bald, mit rasendem Herz, an ein anderes Haus.
Verlassen steht es dort, mit grünem Umhang der Einsamkeit.
Sie treten ein, sind verloren, nur noch wenige.
Keine Großen, nur die Jugend, sucht verzweifelt nach Verstecken.
Doch nichts lässt Schutz zu.
Ein kleines Kind, einem Säugling gleich, wimmert und schreit und da ahnt sie es.
Das Rumoren vor dem Hause erkennt sie sofort.
Denn schon einmal hatte sie es gehört.
Es ist der Wagen, der alte grüne.
Gefahren von zwei hageren Gestalten.
Türen knallen, unheilbringendes Stöhnen zerreißt die schreckliche Stille.
Schweiß tropft von der Stirn, als sie aus dem Fenster blickt.
Der Tod, das Virus, kriecht im Hof, sucht den Eingang - ihr Verderben.
Sie überlegt, blickt wild umher.
Ein Wagnis eingehen, auf dem Dach?
Sie treten in die Räume ein, suchen, riechen nach dem jungen Leben.
Gerade will sie klettern, da entsinnt sie sich des letzten Males, der Falle, doch nicht dem Ende.
Und abrupt ist sie ganz allein.
Ein anderes Haus, gut bestückt und ausgebaut.
Tief im Wald, wie alles zuvor.
Und keine Spur vom Jägersmann.
Sie rennt und keucht und blickt umher.
Außen führt ein ewiger Balkon, einmal ums ganze, weiße Haus herum.
Noch beim Laufen wird bemerkt, dass sich plötzlich etwas tut.
Eine Gestalt, das Gesicht nicht älter als ihres, verfolgt mit wildem Blick und schnellem Schritt, die verzweifelte, ganz einsam.
Sie blickt zurück und wieder nach vorn, ihr Atem geht trocken und heulend, das Herz klopft schmerzhaft in der Brust.
Mit einem Mal, ganz unerwartet, sind wieder Leute da.
Fremde Menschen, fröhlich lachend, auf einer Terrasse sitzend.
Sie schreit und bettelt und fleht, doch niemand hört.
Jeder sieht nur sein Gegenüber, Wein schlürfend, sich vergnügend.
Sie weint und sieht, wie er sich nähert und gierig nach ihr langt.
Und die Szene verschimmt erneut, alles versinkt in ewiger Dunkelheit eines Augenblicks.
Als sich das Bild wieder klärt, steht sie da, durchnässt vom Wasser.
Mit tropfendem Haar unter der vertrauten Dusche.
Sie steigt hinaus in den gekachelten Raum.
Das Licht schimmert immer noch wie im Traum.
Sie trocknet sich und wirft ein Handtuch um, als das bekannte Gesicht hinter der Tür erscheint.
Spitzbübisch grinsend, verrückt und wild.
Plötzlich und klar, wie durch sauberes Glas.
Nebel wie Eis hängt am Rahmen und der Luft.
Sie schreit und steht wie angewurzelt, blickt in sein Gesicht. Das Haar dunkel, die Augen fremd und funkelnd.
Sie reden und die Tür erbebt, seine Wut lähmt jedes Leben.
Doch nach einem Atemzug, nach einem Augenblick, scheint aller Zorn verebbt.
Die Menschlichkeit kehrt in ihn zurück.
Und Langsam, mit zitternder Hand, öffnet sie die gläserne Tür.
Keine Spur vom Jägersmann...
...bereits 601 x gelesen
Aufwärts, immer weiter.
Gewandet wie ein Jägersmann.
Rechts die dunklen Riesen, sich knorrig an die Hänge krallend. Links saftig grüne Wälder.
Wellengleich bis zum Horizont erstrecken sie sich, weit unten und doch den Himmel empfangend.
Die Schatten tanzen mit dem Sonnenlicht.
Er sieht die Grenze, ein kleines Schild.
Bläst das Horn und der Schall geht über Berg und Tal.
Und es beginnt.
Die Jagd, die Flucht, das Überleben.
Der Jägersmann verblasst im lebenden Grün des atmenden Waldes.
Sie wandern fröhlich, mit gutem Gepäck.
Auf zur alten Hütte, auf zu alten Freunden.
Kinder lachen, Große reden, bis sie erspähen die dunkle Fassade aus erschlagenem, leblosem Holz.
Ein Wagen steht dort und die Szene verschwimmt.
Düsternis flutet das wilde Bild.
Als sie ebbt, die Finsternis, sitzen sie im Wagen.
Dunkel wie der Wald, und ebenso alt.
Das Lachen längst erstorben, denn große Furcht zehrt am Leben.
Und plötzlich kracht und rumpelt es, faules Blut spritzt an die eingestaubten Scheiben.
Sie stöhnen und lechzen nach frischem Fleisch, hauchen toten Atem an das Glas.
Es stinkt und die Luft erkaltet vor Todesangst.
Sie weinen, die wenigen im Wagen, umarmen und bangen, hoffen und warten.
Und plötzlich ist es Stille.
Die verzerrten, maroden Gesichter, die geistlosen, wilden Augen, das faule, zerfallende Fleisch. Alles ist fort, doch der Gestank nach Tod bleibt.
Das Licht ist seltsam monoton.
Nicht hell, nicht düster. Ein Zwielicht ohne wahre Quelle.
Sie wagen sich davon, rennen durch den Wald, keine Spur vom Jägersmann.
Jappsend und hustend gelangen sie bald, mit rasendem Herz, an ein anderes Haus.
Verlassen steht es dort, mit grünem Umhang der Einsamkeit.
Sie treten ein, sind verloren, nur noch wenige.
Keine Großen, nur die Jugend, sucht verzweifelt nach Verstecken.
Doch nichts lässt Schutz zu.
Ein kleines Kind, einem Säugling gleich, wimmert und schreit und da ahnt sie es.
Das Rumoren vor dem Hause erkennt sie sofort.
Denn schon einmal hatte sie es gehört.
Es ist der Wagen, der alte grüne.
Gefahren von zwei hageren Gestalten.
Türen knallen, unheilbringendes Stöhnen zerreißt die schreckliche Stille.
Schweiß tropft von der Stirn, als sie aus dem Fenster blickt.
Der Tod, das Virus, kriecht im Hof, sucht den Eingang - ihr Verderben.
Sie überlegt, blickt wild umher.
Ein Wagnis eingehen, auf dem Dach?
Sie treten in die Räume ein, suchen, riechen nach dem jungen Leben.
Gerade will sie klettern, da entsinnt sie sich des letzten Males, der Falle, doch nicht dem Ende.
Und abrupt ist sie ganz allein.
Ein anderes Haus, gut bestückt und ausgebaut.
Tief im Wald, wie alles zuvor.
Und keine Spur vom Jägersmann.
Sie rennt und keucht und blickt umher.
Außen führt ein ewiger Balkon, einmal ums ganze, weiße Haus herum.
Noch beim Laufen wird bemerkt, dass sich plötzlich etwas tut.
Eine Gestalt, das Gesicht nicht älter als ihres, verfolgt mit wildem Blick und schnellem Schritt, die verzweifelte, ganz einsam.
Sie blickt zurück und wieder nach vorn, ihr Atem geht trocken und heulend, das Herz klopft schmerzhaft in der Brust.
Mit einem Mal, ganz unerwartet, sind wieder Leute da.
Fremde Menschen, fröhlich lachend, auf einer Terrasse sitzend.
Sie schreit und bettelt und fleht, doch niemand hört.
Jeder sieht nur sein Gegenüber, Wein schlürfend, sich vergnügend.
Sie weint und sieht, wie er sich nähert und gierig nach ihr langt.
Und die Szene verschimmt erneut, alles versinkt in ewiger Dunkelheit eines Augenblicks.
Als sich das Bild wieder klärt, steht sie da, durchnässt vom Wasser.
Mit tropfendem Haar unter der vertrauten Dusche.
Sie steigt hinaus in den gekachelten Raum.
Das Licht schimmert immer noch wie im Traum.
Sie trocknet sich und wirft ein Handtuch um, als das bekannte Gesicht hinter der Tür erscheint.
Spitzbübisch grinsend, verrückt und wild.
Plötzlich und klar, wie durch sauberes Glas.
Nebel wie Eis hängt am Rahmen und der Luft.
Sie schreit und steht wie angewurzelt, blickt in sein Gesicht. Das Haar dunkel, die Augen fremd und funkelnd.
Sie reden und die Tür erbebt, seine Wut lähmt jedes Leben.
Doch nach einem Atemzug, nach einem Augenblick, scheint aller Zorn verebbt.
Die Menschlichkeit kehrt in ihn zurück.
Und Langsam, mit zitternder Hand, öffnet sie die gläserne Tür.
Keine Spur vom Jägersmann...
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