Windfänger

Windfänger

Wozu Wege gehen, wenn man sich verfliegen kann?

Was geschieht?

Wie ein Phönix leben...
Wie ein Phönix leben wir Gehen auf in Hitze und...
by gleyfin (Fr, 19. Mai, 19:49)
Nasenbluten
Es ist lange her. Es wirkt, als wäre alles sehr...
by gleyfin (Di, 22. Jul, 01:34)
Iss Kind, iss...
Das leise Schnarren füllt den Raum und lässt...
by gleyfin (So, 8. Dez, 17:14)

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Sich leise verfliegen

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Dienstag, 22. Juli 2014
Nasenbluten
gleyfin, 01:34h
Es ist lange her. Es wirkt, als wäre alles sehr schnell gegangen. Vor meinen Augen tropft lediglich noch das Blut, in meinen Ohren hallt nur der Schrei eines Kindes. Verschwommene Erinnerungen, welche für ein letztes Mal vollkommen aufleben sollen.

Sie stritten, wie sooft.
Ich hörte nicht zu, verschanzte mich in meinem Tun, einen Apfel zu zerstückeln.
Dann entfernte ich mich, still und leise. Ein dunkler Schatten an einem aufgewühlten Abend.
Die alte Treppe knarzte wie immer unter meinen schwerfälligen Schritten und die oberste Stufe wurde zu meinem Sitz über allem Geschehen. Die Schüssel ruhte in meinem Schoß, während ich dem von mir ausgelösten Lärm unter mir lauschte und den Apfel Stück für Stück herunterwürgte.
Im Zwielicht öffnete sich die Tür des Flures. Jemand huschte in die Dunkelheit, doch schloss das Tor zum beispiellosen Hass nicht ganz.
Der kleine Schemen eines Kindes blickte durch den dunklen Spalt der angelehnten Tür dem tobenden Geschehen entgegen und schwieg.
Wir blieben stumm und lauschten dem Geheul wilder Tiere, bis im altvertrauten Lärm der schwielenden Bosheit plötzlich ein dumpfer Schlag dröhnte.
Das Kind schrie hysterisch auf, der Körper krümmte sich vor tiefer Furcht. Die Tür blieb angelehnt.
''Komm schnell, er hat Mama geschubst!''
Die Schüssel schlitterte über den Boden, Apfelstücke flogen durch die Luft. Mein Herz raste.
Niemals hatte ich so zügig und leichtfüßig die unterste Stufe erreicht wie in jener Düsternis.
Wut, unendliche Wut, Adrenalin, welches mir beinahe den Brustkorb zerriss und den Kopf sprengte, Hitze sowie Kälte und ein winziger Funke Freude über erfüllte Hoffnungen durchströmten mich vermengt zu einem gewaltigen Ausbruch scheinbar grässlich erwachter Stärke.
Die Tür flog auf und da sah ich ihn stehen. Mit starrem Blick, benebelt vom Alkohol und die Hand um ihren Hals gelegt.
Wie eine Furie explodierte ich. Kreischend, kratzend, schlagend, rasend schnell drängte ich mich schützend zwischen sie und ihn.
Einen Augenblick, einen Wimpernschlag nur wirkte er überrascht von meiner abgelegten Trägheit. Überrascht von meinem spuckenden Hass.
Dann wurden die stierenden Augen wieder leer und glasig.
''Fass meine Mutter nicht an! Fass sie nie wieder an!''
Immer wieder wiederholte ich diese Worte, bis sie klangen wie tödliche Drohungen. Sie waren zu meinem Mantra geworden und ich verbiss mich mit ihnen in der Freude, ihm Schmerz zuzufügen.
Ein Fausthieb, inmitten seines Gesichtes explodierend, führte zu kurzem Schweigen. Giftspeiende Blicke trafen sich in einer scheinbar unendlichen Pause. Tiefster Hass hing schwer wie Blei zwischen zerkratzten Körpern und machte das Atmen schwer. Keuchend und wankend schritt der Bastard davon. In angespannter Ruhe und vollkommen erstarrt beobachteten wir, wie Blut aufgewischt wurde. Dunkle Tropfen sprenkelten den Boden. Ich blickte auf das verschmierte Rot herunter und verstand nicht, wie all dies geschehen konnte. Gleichzeitig erfüllte mich unendliche Genugtuung.


''Hat er wehgetan, der Aufprall?'', fragte ich später, nachdem ich ein kleines Wesen vor bitterlichen Tränen bewahrt hatte und sie in der Dunkelheit des Abends rauchend vorfand.
''Eigentlich nicht.''
''Schade.''

Sommer 2013


Eure Gleyfin
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Mittwoch, 4. Dezember 2013
Iss Kind, iss...
gleyfin, 13:58h
Das leise Schnarren füllt den Raum und lässt die Luft vibrieren. Lockend summt es seine Melodie.
Alles liegt in oranger Düsternis. Lange Schatten schmiegen sich an das schmutzige Licht. Sie weichen einem Geräusch und blassem Schimmer, welcher sich plötzlich, schwach und kühl über den Boden ergießt. Schemen aus grauer Dunkelheit drängen sich in die Ecken und lassen diese unendlich erscheinen, sind vertrieben, doch nicht ganz.
Kalter Atem empfängt mich, haucht mir schmeichelnd ums Gesicht, gleitet angenehm meinen Körper hinab, folgt dem Schein des kleinen Lichtes und verliert sich in sommerlicher Wärme.
Ich blinzle, mein Blick wandert über die vielen Leckereien.
Es drängt, dieses Gefühl. Diese Leere.
Ich greife zu, klaube flink und leise alles zusammen, wonach es sich sehnt. Leise knarzend schließt sich die Tür, das kalte Licht erstirbt, Schatten erobern ihr nächtliches Reich zurück und verschlingen mich. Mit bepackten Armen stehe ich im Schlund der Stille, starre auf die geschlossene Tür und lausche dem Schnarren. Alles scheint zu ruhen, doch meine Gedanken fechten einen wilden Kampf.
Zwei Seiten, sie zerren an mir. Sie und das alles durchdringende Surren.
Tu es nicht, du bereust es!
Aber diese Lust..der Appetit...
Es bringt dir nichts! Gar nichts!
Morgen dann. Morgen höre ich auf!
Wie oft war es schon Morgen und wieder Nacht...
Morgen....

Schubladen werden aufgezogen, Besteck klirrt kaum hörbar. Leise Schritte erklimmen die im Dunkel murrenden Stufen.
Mein Körper wird ausgefüllt, doch nicht erfüllt.
Meine Seele bleibt leer, während ich reglos verharre, warte..und bereue.
Morgen dann...

Eure Gleyfin
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Der Teich
gleyfin, 13:55h
Ich stehe am Teich und lausche dem Leben. Die Sonne scheint warm auf das dünne Eis, welches sich gehaucht wie ein knisternd eisiger Kuss an die Wasseroberfläche geschmiegt hat. Enten schnattern. Tauben fliegen in Scharen über mich hinweg.
In diesem Moment sind sie Eins und scheinen über die Welt zu gleiten wie ein federleichtes Seidentuch. Ihr Flügelschlag übertönt das Rumoren der Zivilisation.
Am künstlichen Ufer stehend betrachte ich meinen verschwommenen Schatten im tauenden Nass. Und trotz der Kälte fühle ich mich gut. Nicht schwer, frei von Finsternis und Wut; für einen Wimpernschlag.
Ein Rabe krächzt von der Krone eines kahlen Baumes herab.
Ich seufze...

Eure Gleyfin

11.2.2013
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Montag, 1. April 2013
Halloween
gleyfin, 23:13h
Wir stiegen aus dem Wagen in die kalte Nacht.
Musik drang dumpf aus dem Gebäude, dunkle Gestalten versammelten sich lachend und redend.
Eine Kettensäge kreischte, Dampf verflog im kühlen Wind.
Ein Riese mit verzerrtem, grünem Gesicht kam auf uns zu. Still hob er die Kettensäge, schwang sie wild über unsere Köpfe hinweg.
Wir flogen durch das Zwielicht in dicke Luft.
Dämmriges Licht, Enge und noch mehr seltsame Gestalten vereinten sich zu einem einzigen lauten und schwitzenden Gedränge.
Klauen streiften sanft meine Schulter.
Künstliches Blut und schwarze Farbe flossen in Strömen, bleiche Gesichter, gleich Untoten, löschten alle Menschlichkeit.
Wir tranken und tanzten und wanderten in der lichtdurchtränkten Düsternis.
Alles war neu, alles hatte Freude am Leben. Es war ein Widerspruch in sich. Tod und Furcht in voller Ekstase.
Mit Nieten und zerrissenen Strumpfhosen, Sicherheitsnadeln im Ohr und dunklen Augen hatten wir uns verwandelt und die Zeit verflog.
Und alles was blieb von diesem ersten Mal war unendlicher Durst, ein verschmiertes Make-up und ein kleiner Tinnitus, welcher an das Durchdringen der dröhnenden Beats erinnerte.


Eure Gleyfin
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Samstag, 2. Februar 2013
Zum Freiküssen verurteilt
gleyfin, 02:14h
Den blauen Regenschirm hatte ich in die Plastiktüte gestopft, doch lugte er heraus.
Wie so oft schlenderte ich durch die Straßen der Altstadt und hing meinen Gedanken nach, erledigte Einkäufe. Ausnahmsweise allein.
In der Ferne hörte ich lautes Gelächter, Bierdeckel ergossen sich rasselnd und scheppernd über das Pflaster.
Schon als ich in der Stadt ankam und mit meinem Fahrrad langsam am alten Rathaus vorbeiradelte, sah ich die Truppe dastehen, Bier trinken und derbe lachen.
Ein Kerl, gekleidet in Fokuhila-Perrücke, Sonnenbrille, Dreitagebart, Jogginganzug, weiße Tennissocken und Badeschlappen, fegte die Deckel immer und immer wieder zusammen, machte Scherze, trank.
Und immer mehr Bierdeckel wurden in den Kreis geworfen.
Und als ich also ging und dachte und mit nichts und niemandem rechnete, da hörte ich eine Stimme sagen, ganz nah:
''Hey, kannst du mir einen Gefallen tun, bitte?''
Ich war erneut am alten Rathaus angelangt und hatte nicht gemerkt, wie der Junggeselle sich zu mir gestellt hatte.
Verwirrt hielt ich inne und blickte ihm in sein Gesicht.
Seine Augen waren noch immer von der Sonnenbrille verdeckt.
Es dämmerte.
''Darf ich dich was fragen?''
Der Geruch von Bier schlug mir ins Gesicht, doch schien er nicht zu lallen.
Erstarrt blickte ich in die Runde aus fröhlichen Gesichtern.
Mir fiel auf, dass es mehr geworden waren seit dem frühen Nachmittag und auch, dass nun alle Blicke auf ihm und mir ruhten.
Ein Grinsen entwischte mir und ich nickte, innerlich vor Neugierde und Aufregung schäumend.
''Bist du Jungfrau?''
Mit großen Augen sah ich ihn an.
Ich lachte auf. Um uns herum begann es zu Murmeln, hier und da wurde gegröhlt und gebuht.
Eine ältere Frau, mit kurzem Haar und sicher zwei Köpfe kleiner als ich, trat an meine Seite.
''Bist du Jungfrau?'', fragte der Kerl erneut, freundlich und lächelnd.
Was ist schon dabei?
Ich grinste erneut.
''Ja, bin ich.''
Sein Lächeln wurde größer.
''Könntest du mich vielleicht freiküssen? Ich stehe hier schon den ganzen Tag und habe ehrlich keine Lust mehr, die Bierdeckel da aufzufegen.''
Wieder wurden meine Augen groß.
Inwiefern denn 'freiküssen'?
Bevor ich etwas einwenden konnte, sagte die alte Dame:
''Ach, sie sind so ein hübsches Mädchen. Küssen sie ihn ruhig, das macht sicher Spaß.''
Was um alles in der Welt geht denn hier ab?!
Plötzlich schien alles ganz schnell zu gehen.
Das Gröhlen wurde lauter und lauter, die Menschen schienen näher zu kommen, der Kerl und ich redeten miteinander und unsichtbare Bierwolken strichen über mein Gesicht. Ein Freund von ihm kam bald dazu und auch er redete, wie alle eine Bierflasche in der Hand haltend, auf mich ein.
Das Pöbeln wurde unerträglich, schien mich zu drängen, mich zu fordern, doch ohne Wut.
Es war der Witz, ein Reiz, welcher mir in den Ohren, auf der Zunge brannte. Es war so unwirklich, so plötzlich. Ich wusste nicht, was tun, obwohl ich doch schon längst eine Entscheidung getroffen hatte.
Hin und her und vollen allen Seiten, was soll ich tun, was mach ich jetzt? Die gucken mich ja immer noch alle an.
Ich weiß nicht, ich kann nur noch-

''Na gut, komm!'' Ich konnte nicht aufhören zu grinsen.
Was tat ich da bloß?
Erleichtert winkte er mir und das Gröhlen schwoll noch einmal beträchtlich an.
Wir gingen an den Bierdeckeln vorüber, sie knirschten auf dem Stein, und die Stufen hinauf zum alten Rathaus.
''Aber auf die Wange!'' Ich lächelte.
''Natürlich.'' Wie ein kleiner Junge stellte er sich frech grinsend auf die oberste Stufe und ich mich nebendran.
Ein flüchtiger Kuss strich seine Wange, der Bart kratzte. Insgeheim befürchtete ich, er würde sich schnell zu mir drehen.
Ich musste mir ein Auflachen verkneifen.
Das protestierende Brüllen der Zuschauer brach noch immer nicht ab, eine Frau mit Fotoapparat eilte herbei und rief über den Lärm hinweg:
''Einmal noch, bitte! Wir brauchen ein Beweisfoto!''
Sie lachte und mir wurde warm.
Wieder küsste ich ihn, diesmal länger.
Es blitzte und donnerte und wieder haftete der Geruch von Bier an mir.
Nun prustete ich los und lies vom dreitagebärtigen Kerl.
Er gab mir die Hand und sagte, so, dass nur ich ihn hören konnte:
''Danke! Dafür bekommst du auch einen Kuss!''
Lächelnd hielt ich ihm eine Wange hin und bekam einen kratzigen Bierkuss aufgedrückt.
Mit einem schüchternen Wink für die Menge verabschiedete ich mich und wollte schnell und kichernd das Weite suchen.
Endlich legte sich das Donnern der Gröhler und als ich schon beinahe nicht mehr im Kreis stand, kamen zwei Frauen auf mich zu.
Die alte von vorhin. Sie lächelte und sagte:
''Das haben sie schön gemacht!''
Ich grinste. Die nächste -sie war ein wenig größer, trug eine Brille auf der Nase und einen Becher Bier in der Hand- sagte im Vorbeigehen:
''Das haben sie gut gemacht. Ich bin die Mutter.''
Dömdömdööö
''Danke.''
Blut dröhnte in meinen Ohren, schnell und grinsend verschwand ich in den kleinen Straßen.
Der Geruch von Bier hing noch lang an diesem Nachmittag in meiner Nase.

Eure Gleyfin


P.S. Gilt dem Herbst 2012
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Reinemachen
gleyfin, 01:03h
Es ist viel geschehen in letzter Zeit und ich habe viel schlucken müssen..selbst buchstäblich.
Bevor ich jedoch mit dem Blog und Euch an meiner Seite in das neue Jahr starte, möchte ich zunächst mit dem letzten abschließen, alles was mir zu Einigem auf dem Herzen liegt, auf die Tastatur klatschen, damit ich es nicht mehr in mir tragen muss..

Ein kleines Fazit nebenher: Diese 'kleine' Schreibpause hat mir alles andere als gut getan, so viel steht fest! hihi

Liebe Grüße,
Eure Gley

P.S. Seid mir nicht böse, wenn ich noch ein bisschen eingerostet bin :)
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